Die Niederlage gegen den HSK haben unsere Doppelbauern gut weggesteckt. In der letzten Runde vor der zentralen Endrunde kamen zwei weitere Mannschaftspunkte auf das Spielkonto.

Aufgrund Terminkollision wurde das Spiel gegen den LSV eine Woche vorgeschoben. Im Jugendschach kann man bei Lübeck gegen Doppelbauer mittlerweile von einem Klassiker reden. Bei diesem Aufeinandertreffen ging es dieses Mal nicht nur um die Krone im Jugendbereich in Schleswig-Holstein, sondern um eines von zwei Tickets für die DVM U20.

Dementsprechend fokussiert ging unsere Stamm-Sechs in den Mannschaftskampf. Wie in den letzten Kämpfen war Alexander derjenige, der den möglichen Ausgang des Kampfes früh beeinflusste. Nach nicht einmal zwei Stunden gingen wir mit 1:0 in Führung. Wenn ein Spieler (Kevin) einen schlechten Tag erwischt und sein Gegner (Alexander) dann auch noch solide spielt und alles richtig macht, dann kann es nur das eine Ergebnis geben. Das ist nicht ohne Grund eine alte Schachweisheit...

Zu diesem Zeitpunkt stand Mats minimal besser. Julian war froh, ohne einen Nachteil aus der Eröffnung gekommen zu sein. Lukas war an diesem Tag unser Sorgenkind, er verstand die Stellung nicht so gut wie sein Gegenüber Frederik. Magnus kam exzellent aus der Eröffnung, und ich plante dort, Minimum, einen halben Punkt ein. Und Moritz hätte kurz nach Alexanders Sieg den Sack schon zu machen können. Der gegnerische König verirrte sich nämlich sehr früh in der Partie nach g3. Was eigentlich schon das Todesurteil sein sollte. Eigentlich....

Mats lernte an diesem Spieltag noch ein wenig Regelkunde. Nach drohender, zweimaliger direkter Zugwiederholung (um Züge für die Zeitkontrolle zu gewinnen) wunderte sich Mats, dass Martin so lange nachdenkt. Das lag daran, dass exakt die Stellung bereits ein paar Züge zuvor schon einmal auftauchte und nun die dritte Zugwiederholung zum Remis drohte. Mats dachte bis dahin, dass eine Zugwiederholung dreimal direkt hintereinander zu erfolgen hat =) Martin ließ sich Zeit und wartete so lange bis Lukas die Niederlage nicht mehr abwehren konnte und Moritz' mehrfache Gewinnstellung verpuffte. Schließlich kam es an Brett 1 zum Remis, Lukas verlor und es stand 1,5:1,5. 

Der Ausgang des Kampfes war nun total offen. Meine Hoffnung in Magnus hatte ich noch immer. Julian und Moritz standen unklar; nicht besser, aber auch nicht schlechter, dafür aber mit viel weniger Zeit. Magnus verbesserte seine Stellung Zug um Zug, so dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war. Julian setzte alles auf einen Majoritätsangriff am Damenflügel und opferte dafür eine Figur gegen zwei Bauern. Tigran verlor nicht nur den Überblick bei Julians Manövern, sondern auch Stimme!!! und am Ende die Partie. Die Siege von Julian und Magnus reichten schließlich für den 3,5:2,5 Sieg. Der Pechvogel an diesem Wochenende war allerdings Moritz. Nach wenigen Zügen bekam er den Punkt auf dem Silbertablett serviert, in der Partie lehnte er noch ein Remis ab, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Dafür hat das Team gewonnen und sich eine hervorragende Ausgangslage für die zentrale Endrunde geschaffen.