Im letzten Punktspiel 2019 ging die Reise für unsere erste Mannschaft zu den Schachfreunden nach Hamburg. Auf dem Papier ein machbarer Gegner. Und um in der Oberliga zu verbleiben sollten Punkte eingesammelt werden. Gleiches dachten sich auch die Hamburger Schachfreunde, die, wie wir, ihre Stammmannschaft in den Kampf schickten. Ausreden in den Vorbereitungen sollte es also nicht geben. 

Magnus, Mats und Julian fingen frühzeitig damit an die Stellungen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Bülent versuchte mal wieder am Brett die Theorie in der Eröffnung neu zu erfinden. Leider ging seine frühe Abweichung von der Italienisch-Theorie zu Lasten seiner Stellung und seiner Zeit.

Die restlichen Doppelbauern entwickelten sich solide. Bei Mats kam es zuerst zu einer Entscheidung. Leider für den Gegner. In einem interessanten Bauernopfer hätte er im Anschluss kurzfristig noch einen Springer opfern können und hätte den Ausgang der Partie selbst bestimmen können. Kurz darauf einigte sich Alexander in leicht besserer Stellung remis. Bei Sebastian drohte eine Stellungswiederholung in einer komplett ausgeglichenen Stellung. Mit Blick auf die Bretter willigte Sebastian ein. Magnus, in der Form seines Lebens, stand riesig. Gefühlt führten 10 Züge zum Matt oder Damengewinn. Lukas bekam Oberwasser und Julian konnte in besserer Stellung einen Bauern einsacken. Ein 5:3 erschien daher möglich. Folglich lieferten Magnus und Julian entsprechend. Beide mit überzeugenden taktischen Schlägen. Aus dem Rückstand wurde somit eine 3:2-Führung. Bülent konnte in der Zwischenzeit seine Stellung verbessern. Dafür hatte er mit 2 Minuten für über 20 Züge akute Zeitnot. Er erreichte die Zeitkontrolle, aber nicht schadlos. Ein Bauer weniger und eine kaputte Stellung waren die Kompensation dafür. Nichtsdestotrotz machten Lukas und auch Reza Mut. Mut und Hoffnung waren zwischenzeitlich riesig, als Rezas Gegner tatsächlich eine Figur einstellte. Da es sich aber um einen eher taktischen Einsteller handelte übersah Reza es leider und verlor im Gegenzug einen Bauern. Der Mehrbauer reichte seinem Gegner aber nur zum Remis. Mit 3,5:2,5 waren wir knapp an einem Punkt dran, aber leider nur knapp. Lukas verzockte in Zeitnot seine gute Stellung. Nach der Zeitkontrolle kämpfte er aber lange, aber kam nicht über ein Remis hinaus. Und auch Bülent kämpfte bzw. trickste mal wieder. Aber sein Glück brauchte er bereits in Preetz auf, so dass Hamburg zum 4:4 ausgleichen konnte.

Insgesamt ein wichtiger Punkt, aber unter dem Strich ein Mannschaftspunkt zu wenig. Nach dem Spielverlauf wäre ein Sieg drinnen gewesen und wir hätten die Hamburger Schachfreunde weit hinter uns lassen können. Mit einer Ausbeute von 4 Punkten befinden wir uns im Mittelfeld und haben im nächsten Kampf gegen Diogenes erneuten Druck. Die Tabelle und Einzelergebnisse können hier entnommen werden.